Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

Es gibt viele unterschiedliche Formen von selbstverletzendem Verhalten und ebenso viele Gründe, warum Menschen dieses Verhalten zeigen.

Die Erscheinungsformen des SVV können sich über den ganzen Körper erstrecken.
Beim selbstverletzendem Verhalten handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern dieses Verhalten tritt als Symptom für eine tiefer liegende psychische Störung auf. Als häufigste Form dieser auslösenden tiefer liegende Störung kommen Angst- und Depressionsstörungen, Essstörungen, Zwangsstörungen und Traumatisierungen vor, es kommen aber auch etliche andere Ursachen infrage. In den meisten Fällen setzt das SVV kurz vor oder nach der Pubertät ein.

Die häufigste Form der auslösenden Ursache ist eine Borderline – Persönlichkeitsstörung. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass jedes SVV auch gleich eine Borderlinestörung als Ursache hat.

Tatsächlich vermutet man, dass heutzutage schon jeder dritte Jugendliche sich mindestens einmal selbst verletzt hat.

Die Symptome des SVV können sich ganz unterschiedlich ausdrücken.
Hier einige häufig vorkommende Beispiele

Ritzen oder Schneiden

Das sogenannte „Ritzen“ stellt die häufigste Form selbstverletzenden Verhaltens dar.

Die Betroffenen fügen sich mit scharfen oder spitzen Gegenständen oder auch mit ihre Fingernägeln Schnittverletzungen zu. Betroffene Körperstellen sind hauptsächlich Arme, Beine, aber auch der Bereich von Brust oder Bauch.

Die meisten Eltern sind verständlicherweise sehr schockiert und mit der Situation meist völlig überfordert, wenn sie erfahren, dass ihr Kind sich selbst verletzt.
Sie fragen sich, ob dieses Verhalten noch harmlos ist oder schon auf eine psychische Störung hinweist.

Ist Ritzen schon Borderline?

Dieses Ritzen oder auch anderes selbstverletzendes Verhalten kann ein Hinweis auf eine Borderlinestörung sein – muss es aber nicht.

In vielen Fällen steckt tatsächlich nicht unbedingt keine psychische Erkrankung dahinter, sondern es kommen auch etliche andere Möglichkeiten in Frage, die dieses Verhalten zur Folge haben können.

Dies kann z.B. reine Neugier sein, vielleicht hat man etwas bei einer Freundin mitbekommen, oder das Ritzen wurde gerade in der Schule thematisiert und man wollte es einfach mal ausprobieren.

Betroffene Eltern sollten also nicht gleich in Panik verfallen oder übermäßig besorgt reagieren, sondern sich zunächst informieren, welche konkreten Ursachen und Gründe für das Verhalten ihres Kindes infrage kommen könnten.

Der besten Ansprechpartner ist hier zunächst der Hausarzt, der bei begründetem Verdacht an einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Kinder- und Jugendpsychiater überweist.

Verbrennung oder Verätzungen

Eine ebenfalls häufig vorkommende Form des SVV ist das Verbrennen, Verbrühen oder Verätzen von Körperstellen.

Haare ausreißen (Trichotillomanie)

Bei der Trichotillomanie reißen sich die Betroffenen in angespannten Situationen die eigenen Haare aus.
Betroffen sind neben den Haaren auf der Kopfhaut auch Wimpern und Augenbrauen, es können aber auch andere Körperhaare sein.

In manchen Fällen reißen die Betroffenen sich die Haare aus, ohne darüber nachzudenken, in anderen Fällen geschieht dies in vollem Bewusstsein.

Da die ausgerissenen Haare nicht nachwachsen, führt dies schliesslich zu optischen Entstellungen, was dann zusätzlich noch belastend wirkt.

Rituale

Das krankhaftes Haare ausreißen wird oft von ganz bestimmten Handlungen oder Ritualen begleitet.

Bei manchen Betroffenen spielt es keine Rolle, welche Haare zum Opfer fallen. Andere wiederum suchen akribisch nach einer bestimmten Haarsorte zum Ausreißen. Manche zupfen die Haare einfach aus, andere ziehen Haarsträhnen zwischen den Zähnen hindurch oder beißen nach dem Ausreißen darauf.

Viele Betroffene verschlucken dann ihre Haare. Das verschluckte Haar kann im Magen oder in anderen Teilen des Verdauungstrakts einen Klumpen bilden, der schliesslich stecken bleibt und neben anderen Verdauungssymptomen zu Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen führt.

Haut zupfen (Skin Picking Disorder)

Viele von SVV und insbesondere von Trichotillomanie betroffene zupfen sich ausserdem zwanghaft Hautstellen ab, wenn sie sich angespannt oder ängstlich fühlen

Fachbegriffe für diese Störung sind Exkoriationsstörung oder „Skin Picking Disorder“

Die Betroffenen zupfen, kratzen oder knibbeln sich bei Spannungs- oder Angstgefühlen oft reflexartig die Haut ab.
Dies führt zwangsläufig zu Hautverletzungen, wodurch wiederum Infektionen begünstigt werden können.

Oft versuchen die Betroffenen immer wieder, mit diesem verhalten aufzuhören oder es zumindest einzudämmen, jedoch gelingt dies meistens nicht.
Oft wird dann versucht, die Verletzungen durch Make-Up zu kaschieren.

Auch diese Störung beginnt meistens in der Pubertät, in vielen Fällen verschwindet sie nach Beendigung der Pubertät wieder.

Exzessives Nägel kauen

Beim exzessiven kauen oder knibbeln an den Fingernägeln oder der Nagelhaut kann es sich um eine harmlose Gewohnheit handeln, die meistens in Stress-Situationen auftritt und oft durch Entspannung schon abgeschwächt werden kann.

Es kann aber ebenso ein Hinweis auf selbstverletzendes Verhalten sein und muss in diesem Fall therapeutisch behandelt werden.

Beißen auf die Innenseiten des Mundes

Eine weitere recht häufige Erscheinungsform des SVV ist das Beißen auf die Innenseiten des Mundes oder der Wangen.

Während des Vorgangs der Selbstverletzung empfinden manche der Betroffenen keinen Schmerz. Man vermutet, dass dies mit der Ausschüttung bestimmter Hormone (Endorphine) zusammenhängt.

Irgendwann, nach Minuten oder manchmal erst nach Tagen, wenn die Wirkung der Hormone nachgelassen hat, kehrt das Schmerzempfinden zurück.

Prellungen

Manche von SVV betroffene fügen sich in Angst- oder Spannungssituationen Prellungen zu.

Hierbei werden zum schlagen die Hände, aber auch Gegenstände benutzt.
Diese Prellungen können unterschiedlich stark ausfallen und im schlimmsten Fall sogar zu Knochenbrüchen führen.

Eine andere Extremform des SVV ist das Schlagen mit dem Kopf gegen eine Wand

Suizidalität der Betroffenen

Die Schädigung von Körpergewebe beim SVV geschieht grundsätzlich meistens nicht in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, sondern sie dient eher der Regulation von meist negativen Gefühlen

Andererseits kann das SVV bei einem Teil der Betroffenen auch mit Suizidalität einhergehen, unter Umständen kann dieses verhalten auch dazu dienen, bestehende Suizidgedanken zu regulieren bzw. abzuschwächen.

Ein Teil der von SVV betroffenen begeht früher oder später tatsächlich Suizid, was wiederum meistens nicht auf das Symptom SVV, sondern eher auf die auslösende psychische Störung zurückgeführt werden kann.

Auslösende Ursachen für das SVV

Meistliegen die tiefen Ursachen für solches selbstverletzendes verhalten in traumatisierenden Erlebnissen in der Vergangenheit des Betroffenen, oft schon in der Kindheit.

Darum lassen sich solche Störungen auch mit den richtigen Techniken moderner therapeutischer Hypnose meistens sehr gut und dann oft auch vergleichsweise schnell behandeln

Hypnosetherapie: Ursachen aufdecken, verarbeiten und auflösen

Diese verantwortlichen Ursachen liegen meistens in der Tiefe des Bewusstseins verborgen, im unbewussten Bereich.
Oft sind diese Ursachen dem Betroffenen selbst gar nicht bewusst
Diese verantwortlichen Ursachen müssen aufgedeckt, verarbeitet und aufgelöst werden.

Hierzu ist die Hypnosetherapie in besonderem Maße geeignet. In der Trance kann ein erfahrener Hypnotherapeut die für die Störung verantwortlichen mentalen Strukturen in den tiefen Ebenen des Bewusstseins aufdecken, verarbeiten und auflösen

Sie haben Fragen oder möchten einen Termin vereinbaren?

02104 – 95 24 35

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