Selbstverletzendes Verhalten (SVV)
Das selbstverletzende Verhalten wird den Impulsstörungen zugeordnet.
Mit Impulsstörung wird ein dranghaftes impulsives Verhalten bezeichnet, mit dem die Betroffenen einen empfundenen Anspannungszustand aufzulösen versuchen.
Das Verhalten bei einer Impulsstörung kann sich in Form von Nägelkauen, Selbstverletzungen, unkontrolliertem Kaufen, Spielen oder Essen äussern. Die Betroffenen sind kaum in der Lage, dieses Verhalten aus eigenem Antrieb zu steuern oder zu verhindern.
Bei selbstverletzendem Verhalten handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern dieses Verhalten tritt als Symptom für eine tiefer liegende psychische Störung auf.
Als häufigste Form dieser auslösenden tiefer liegende Störung kommen Angst- und Depressionsstörungen, Essstörungen, Zwangsstörungen und Traumatisierungen vor, es kommen aber auch etliche andere Ursachen infrage. In den meisten Fällen setzt das SVV kurz vor oder nach der Pubertät ein.
Die häufigste Form der auslösenden Ursache ist eine Borderline – Persönlichkeitsstörung. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass jedes SVV auch gleich eine Borderlinestörung als Ursache hat.
Hier einige häufig vorkommende Beispiele von SVV:
Ritzen oder Schneiden
Das sogenannte „Ritzen“ stellt die häufigste Form selbstverletzenden Verhaltens dar.
Die Betroffenen fügen sich mit scharfen oder spitzen Gegenständen oder auch mit ihre Fingernägeln Schnittverletzungen zu. Betroffene Körperstellen sind hauptsächlich Arme, Beine, aber auch der Bereich von Brust oder Bauch.
Die meisten Eltern sind verständlicherweise sehr schockiert und mit der Situation meist völlig überfordert, wenn sie erfahren, dass ihr Kind sich selbst verletzt.
Sie fragen sich, ob dieses Verhalten noch harmlos ist oder schon auf eine psychische Störung hinweist.
Ist Ritzen schon Borderline?
Dieses Ritzen oder auch anderes selbstverletzendes Verhalten kann ein Hinweis auf eine Borderlinestörung sein – muss es aber nicht.
In vielen Fällen steckt tatsächlich nicht unbedingt keine psychische Erkrankung dahinter, sondern es kommen auch etliche andere Möglichkeiten in Frage, die dieses Verhalten zur Folge haben können.
Dies kann z.B. reine Neugier sein, vielleicht hat man etwas bei einer Freundin mitbekommen, oder das Ritzen wurde gerade in der Schule thematisiert und man wollte es einfach mal ausprobieren.
Betroffene Eltern sollten also nicht gleich in Panik verfallen oder übermäßig besorgt reagieren, sondern sich zunächst informieren, welche konkreten Ursachen und Gründe für das Verhalten ihres Kindes infrage kommen könnten.
Der besten Ansprechpartner ist hier zunächst der Hausarzt, der bei begründetem Verdacht an einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder Kinder- und Jugendpsychiater überweist.
Verbrennung oder Verätzungen
Eine ebenfalls häufig vorkommende Form des SVV ist das Verbrennen, Verbrühen oder Verätzen von Körperstellen.
Haare ausreißen (Trichotillomanie)
Bei der Trichotillomanie reißen sich die Betroffenen in angespannten Situationen die eigenen Haare aus.
Betroffen sind neben den Haaren auf der Kopfhaut auch Wimpern und Augenbrauen, es können aber auch andere Körperhaare sein.
In manchen Fällen reißen die Betroffenen sich die Haare aus, ohne darüber nachzudenken, in anderen Fällen geschieht dies in vollem Bewusstsein.
Da die ausgerissenen Haare nicht nachwachsen, führt dies schliesslich zu optischen Entstellungen, was dann zusätzlich noch belastend wirkt.
Rituale
Das krankhaftes Haare ausreißen wird oft von ganz bestimmten Handlungen oder Ritualen begleitet.
Bei manchen Betroffenen spielt es keine Rolle, welche Haare zum Opfer fallen. Andere wiederum suchen akribisch nach einer bestimmten Haarsorte zum Ausreißen. Manche zupfen die Haare einfach aus, andere ziehen Haarsträhnen zwischen den Zähnen hindurch oder beißen nach dem Ausreißen darauf.
Viele Betroffene verschlucken dann ihre Haare. Das verschluckte Haar kann im Magen oder in anderen Teilen des Verdauungstrakts einen Klumpen bilden, der schliesslich stecken bleibt und neben anderen Verdauungssymptomen zu Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen führt.
Haut zupfen (Skin Picking Disorder)
Viele von SVV und insbesondere von Trichotillomanie betroffene zupfen sich außerdem zwanghaft Hautstellen ab, wenn sie sich angespannt oder ängstlich fühlen.
Fachbegriffe für diese Störung sind Exkoriationsstörung oder „Skin Picking Disorder“.
Die Betroffenen zupfen, kratzen oder knibbeln sich bei Spannungs- oder Angstgefühlen oft reflexartig die Haut ab.
Dies führt zwangsläufig zu Hautverletzungen, wodurch wiederum Infektionen begünstigt werden können.
Oft versuchen die Betroffenen immer wieder, mit diesem verhalten aufzuhören oder es zumindest einzudämmen, jedoch gelingt dies meistens nicht.
Oft wird dann versucht, die Verletzungen durch Make-Up zu kaschieren.
Auch diese Störung beginnt meistens in der Pubertät, in vielen Fällen verschwindet sie nach Beendigung der Pubertät wieder.
Exzessives Nägel kauen
Beim exzessiven kauen oder knibbeln an den Fingernägeln oder der Nagelhaut kann es sich um eine harmlose Gewohnheit handeln, die meistens in Stress-Situationen auftritt und oft durch Entspannung schon abgeschwächt werden kann.
Es kann aber ebenso ein Hinweis auf selbstverletzendes Verhalten sein und muss in diesem Fall therapeutisch behandelt werden.
Beißen auf die Innenseiten des Mundes
Eine weitere recht häufige Erscheinungsform des SVV ist das Beißen auf die Innenseiten des Mundes oder der Wangen.
Während des Vorgangs der Selbstverletzung empfinden manche der Betroffenen keinen Schmerz. Man vermutet, dass dies mit der Ausschüttung bestimmter Hormone (Endorphine) zusammenhängt.
Irgendwann, nach Minuten oder manchmal erst nach Tagen, wenn die Wirkung der Hormone nachgelassen hat, kehrt das Schmerzempfinden zurück.
Prellungen
Manche von SVV betroffene fügen sich in Angst- oder Spannungssituationen Prellungen zu.
Hierbei werden zum schlagen die Hände, aber auch Gegenstände benutzt.
Diese Prellungen können unterschiedlich stark ausfallen und im schlimmsten Fall sogar zu Knochenbrüchen führen.
Eine andere Extremform des SVV ist das Schlagen mit dem Kopf gegen eine Wand.
Suizidalität der Betroffenen
Die Schädigung von Körpergewebe beim SVV geschieht grundsätzlich meistens nicht in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, sondern sie dient eher der Regulation von meist negativen Gefühlen.
Andererseits kann das SVV bei einem Teil der Betroffenen auch mit Suizidalität einhergehen, unter Umständen kann dieses Verhalten auch dazu dienen, bestehende Suizidgedanken zu regulieren bzw. abzuschwächen.
Ein Teil der von SVV Betroffenen begeht früher oder später tatsächlich Suizid, was wiederum meistens nicht auf das Symptom SVV, sondern eher auf die auslösende psychische Störung zurückgeführt werden kann.
Auslösende Ursachen für das SVV
Meistliegen die tiefen Ursachen für solches selbstverletzendes Verhalten in traumatisierenden Erlebnissen in der Vergangenheit des Betroffenen, oft schon in der Kindheit.
Darum lassen sich solche Störungen auch mit den richtigen Techniken moderner therapeutischer Hypnose meistens sehr gut und dann oft auch vergleichsweise schnell behandeln.
Hypnosetherapie: Ursachen aufdecken, verarbeiten und auflösen
Diese verantwortlichen Ursachen liegen meistens in der Tiefe des Bewusstseins verborgen, im unbewussten Bereich.
Oft sind diese Ursachen dem Betroffenen selbst gar nicht bewusst.
Diese verantwortlichen Ursachen müssen aufgedeckt, verarbeitet und aufgelöst werden.
Hierzu ist die Hypnosetherapie in besonderem Maße geeignet. In der Trance kann ein erfahrener Hypnotherapeut die für die Störung verantwortlichen mentalen Strukturen in den tiefen Ebenen des Bewusstseins aufdecken, verarbeiten und auflösen.
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) – Ritzen, schneiden, zupfen, knibbeln
Wirksame Hilfe durch moderne Hypnosetherapie
Weitere Informationen
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) – Was ist das?
Selbstverletzendes Verhalten, häufig als SVV abgekürzt, bezeichnet Handlungen, bei denen sich Menschen bewusst selbst Schaden zufügen – meist ohne suizidale Absicht.
Im deutschsprachigen Raum spricht man darum auch von nichtsuizidaler Selbstverletzung (NSSV)
Besonders bei Jugendlichen tritt selbstverletzendes Verhalten häufig auf, aber auch Kinder und Erwachsene können betroffen sein.
Das Spektrum reicht vom Ritzen der Haut über Nägelkauen, Haut oder Haare Zupfen bis hin zum Verbrennen oder anderen Formen der Selbstschädigung.
Mit diesem Artikel möchten wir umfassende Informationen zu Ursachen, Symptomen, Gefahren, Begleiterscheinungen und zu möglichen Therapie-Verfahren wie Psychotherapie oder Hypnosetherapie bieten.
Darüber hinaus möchten wir Tipps zur Selbsthilfe geben und auch den Umgang durch Angehörige sowie praktische Orientierung darstellen.
Definition Selbstverletzendes Verhalten
Selbstverletzendes Verhalten (SVV) ist definiert als „Absichtliches, direktes und wiederholtes Zufügen von Verletzungen oder Wunden am eigenen Körper, typischerweise ohne die Absicht, sich das Leben zu nehmen“
Es unterscheidet sich von suizidalem Verhalten, auch wenn bei manchen Betroffenen beide Aspekte nebeneinander auftreten können.
In der Fachliteratur gilt, dass bei mindestens fünf Tagen im Jahr selbstverletzende Handlungen stattfinden, um SVV zu diagnostizieren.
Der Begriff NSSV (nichtsuizidale selbstverletzende Handlung) wird häufig im englischsprachigen Kontext genutzt und zunehmend auch in deutschsprachigen Fachkreisen übernommen.
Formen und Methoden der Selbstverletzung
Betroffene wenden oft mehrere Arten der Selbstverletzung an.
Zu den häufigsten Methoden zählen:
• Ritzen / Schneiden der Haut mit Rasierklingen, Messern oder anderen scharfen Gegenständen
• Verbrennen (z. B. durch Zigaretten, heiße Gegenstände)
• Haut aufkratzen oder aufritzen mit Nägeln oder spitzen Gegenständen
• Wunden manipulieren, z. B. Öffnung oder Verhinderung der Wundheilung
• Nägelkauen oder knibbeln an den Fingernägeln in extremer Form, die über das übliche Maß hinausgeht
• Haare zupfen (z. B. Trichotillomanie) als Form der Selbstverletzung
• Haut zupfen (z Dermatillomanie) als Form der Selbstverletzung
• Schlagen / Quetschen / Kopf gegen Wand schlagen
Häufig werden mehrere Methoden kombiniert, je nachdem, welche Empfindung oder Reaktion der Betroffene erzielen möchte.
Ursachen und Funktionen von SVV
Emotionale Regulation und Anspannung
Ein zentraler Grund für selbstverletzendes Verhalten ist der Versuch, innere Spannung, Anspannung, Emotionen oder Gefühle zu regulieren.
Viele Betroffene beschreiben, dass sie sich durch Selbstverletzung von emotionaler Überforderung, Angst oder innerer Leere befreien wollen.
Manche berichten, dass sie durch den Schmerz wieder „etwas fühlen“ oder sich selbst zurückholen konnten, wenn sie zuvor dissoziiert oder emotional taub waren.
Selbstbestrafung, Schuld und Selbstbild
Ein weiterer Aspekt: Selbstverletzung kann Ausdruck von Selbsthass, Schuldgefühlen oder einem verzerrten Selbstbild sein.
Manche Betroffene nutzen sie als innere Bestrafung, wenn sie sich für „schlecht“, „schuldig“ oder „unzulänglich“ halten.
Die Tatsache, dass das eigene Selbstbild gestört ist, kann auch die Bereitschaft zur Selbstverletzung erhöhen.
Bewältigung von Konflikten und Trauma
Konflikte – etwa familiäre Konflikte, Beziehungskonflikte oder innere Widersprüche – können zur Entstehung beitragen.
Auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder Jugend, Vernachlässigung, Missbrauch oder mangelnde emotionale Sicherheit gelten als Risikofaktoren.
In solchen Fällen kann SVV als eine maladaptive Methode entstehen, um mit seelischen Schmerzen und ungelösten Konflikten umzugehen.
Neurobiologische und Suchtdynamiken
Man nimmt an, dass bei Selbstverletzung körpereigene Substanzen wie Endorphine ausgeschüttet werden, die kurzfristig Stress reduzieren oder Schmerzen lindern.
Diese Wirkung kann – durch Wiederholung – eine Art Suchtcharakter entwickeln.
Auch Störungen der Emotionsregulation oder der Impulskontrolle spielen eine Rolle.
Risikofaktoren und Einflussgrößen
Zu den Gründen bzw. Risikofaktoren zählen u. a.:
• Psychische Erkrankungen wie Depression, Borderline-Störung, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
• Schwierige Lebensereignisse (Trennung, Verlust, Missbrauch)
• Geringe Selbsthilfe- oder Coping-Fähigkeiten
• Unsichere oder belastete Beziehung zu Eltern, Angehörigen, Partnern
• Emotional invalidierende Umgebungen, in denen Gefühle nicht anerkannt oder abgewertet werden
• Vorhandensein von SVV im sozialen Umfeld (Peers, Freunde)
• Mangelnde Orientierung in emotionalen Prozessen
Symptome, Warnzeichen und Begleiterscheinungen
Sichtbare Zeichen und Wunden
Einige Hinweise auf selbstverletzendes Verhalten:
• Viele Wunden, Narben oder frische Schnitte an leicht erreichbaren Körperstellen (Arme, Unterarme, Oberschenkel)
• Unterschiedlich gut heilende, unterschiedlich alte Verletzungen nebeneinander
• Verletzungen der dominanten oder gegenüberliegenden Seite (z. B. linke Seite bei Rechtshändern)
• Wunden, die regelmäßig neu geöffnet oder manipuliert werden
• Nutzung von Kleidung oder Accessoires, um Verletzungen zu verbergen (lange Ärmel, Pulswärmer etc.)
• Ständiges kauen oder knibbeln an den Fingernägeln, das über das normale Maß hinaus geht
Psychische und emotionale Begleiterscheinungen
• Stark schwankende Gefühle: Wut, Angst, Schuld, Scham, Depressivität
• Empfindungen von innerer Leere oder Taubheit
• Dissoziative Erlebnisse: Entfremdung, Abspaltung
• Konzentrations- oder Leistungsabfall
• Rückzug, Isolation, Vermeidung sozialer Kontakte
• Begleitstörungen wie Essstörungen, Angststörungen, Suchtverhalten
• Chronische innere Anspannung, gesteigerter Drang zur Selbstverletzung
• Gedanken oder Fantasien von Selbstverletzung oder Suizid
Gefahr und Schwere
Obwohl SVV oft nicht mit Suizidabsicht einhergeht, ist bei einem Teil der Betroffenen das Risiko von suizidalen Handlungen erhöht.
Studien schätzen, dass bis zu ein Drittel der Betroffenen Suizidgedanken oder -versuche verspüren können.
In schweren Fällen können die Wunden infiziert werden oder zu stärkeren körperlichen Schäden führen.
Zudem kann ein Teufelskreis entstehen: Je häufiger das Verhalten eingesetzt wird, desto stärker wird oft das Verlangen danach, weil die Toleranz steigt.
Behandlungsmöglichkeiten: Psychotherapie & Hypnosetherapie
Eine wirksame Behandlung ist möglich, insbesondere wenn frühzeitig interveniert wird.
Ziel ist es, alternative Strategien zur Regulation von Emotionen zu erlernen und das Selbstbild, die Beziehung mit sich selbst und anderen, sowie den Umgang mit Konflikten zu stärken.
### Psychotherapie
Verschiedene Ansätze haben sich als hilfreich erwiesen:
Verhaltenstherapie / kognitive Verhaltenstherapie (CBT)
Hier werden dysfunktionale Gedanken, Verhaltensmuster und Auslösesituationen analysiert und alternative Methoden zur Emotionsregulation erlernt.
Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT / DBT-A)
Speziell bei Borderline-Patienten mit SVV etabliert.
Fokus: Stresstoleranz, Emotionsregulation, Achtsamkeit, zwischenmenschliche Fertigkeiten.
Tiefenpsychologisch / psychodynamisch
Arbeit an inneren Konflikten, unbewussten Mustern, Selbstbild, Beziehungsmustern und früheren Verletzungen.
Traumatherapie
bei Vorliegen traumatischer Erfahrungen
Ausserdem:
Gruppentherapie, Skills-Training, Selbsthilfegruppen
In der psychotherapeutischen Arbeit ist ein verbindliches Gespräch zwischen Therapeut und Patient wichtig, ebenso eine vertrauensvolle Beziehung.
Die Behandlung erfordert oft Zeit und Geduld, da es sich um tief verwurzelte Muster handelt.
Hypnosetherapie / Therapeutische Hypnose
Die moderne therapeutische Hypnose bzw. Hypnosetherapie kann durch den Einsatz von „aufdeckenden und auflösenden“ Behandlungsverfahren auch bei SVV oft eine wirksame und vergleichsweise schnelle Hilfe bieten.
In einer sicheren, hypnotischen Trance kann man:
• Den direkten Zugang zu unbewussten Gefühlen, Konflikten oder Ursachen ermöglichen
• Die für die Störung verantwortlichen und auslösenden Ursachen in den tiefen Ebenen des Bewusstseins aufdecken, verarbeiten und schliesslich auflösen
• Begleitend Selbsthypnosestrategien zur Stressreduktion und Entspannung vermitteln
• Eine wirksame Änderung des Verhaltens oder des Umgangs mit Empfindungen erzielen
• Innere Ressourcen und positive Bilder stärken, die ein positives Selbstbild fördern
Ob und inwieweit Hypnosetherapie bei selbstverletzendem Verhalten wirksam eingesetzt werden kann, hängt vom individuellen Fall ab.
Ein wichtiger Faktor ist hierbei die Compliance des Patienten, als die Haltung bzw. Einstellung zur Therapie und zum Therapeuten.
Vorgehensweise & Orientierung
Eine mögliche Vorgehensweise in der Behandlung:
1. Diagnostik und Einschätzung: Schwere, Häufigkeit, Begleiterkrankungen
2. Sofortmaßnahmen: Wundversorgung, Sicherheit, Gefährdungsanalyse
3. Vermeidung plötzlicher Abbruchreaktionen
4. Aufbau eines Behandlungsrahmens: Therapieform auswählen
5. Erlernen von Alternativen (Skilltraining, Emotionsarbeit, Entspannung, Selbsthilfe)
6. Integration des neuen Umgangs in Alltag, Beziehung, Konflikte
Die Begleitung durch Angehörige und das Umfeld kann unterstützend wirken – wenn sie informiert, empathisch und stabil bleibt.
Selbsthilfe, Unterstützung und Rolle der Angehörigen
Selbsthilfe & Bewältigungsstrategien
Ergänzend und unterstützend zur therapeutischen Behandlung können Menschen mit SVV durch Selbsthilfe und eigenständige Methoden Unterstützung finden:
• Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken, progressive Muskelentspannung
• Ersatzhandlungen (Eiswürfel halten, Gummiband schnippen, kühle Gegenstände drücken)
• Schreib- oder Kunsttherapie (Gefühle ausdrücken, Schmerz kanalisieren)
• Tagebuch führen, Konflikte benennen
• Online-Foren und Selbsthilfegruppen (mit Vorsicht, auf Trigger achten)
• Notfallplan erstellen: Was zu tun bei Drang zur Selbstverletzung
Diese Angebote ersetzen keine Therapie, können aber den Übergang erleichtern und die Motivation stärken.
Angehörige, Eltern, Partner
Für Angehörige ist es oft schwer zu erkennen oder zu akzeptieren, dass ein geliebter Mensch sich selbst verletzt.
Einige Hinweise:
• Beobachtung von Warnzeichen (Verletzungen, Rückzug, versteckte Kleidung)
• Sensibel und ohne Vorwürfe Gespräche anbieten
• Nicht überstürzt reagieren oder das Verhalten dramatisieren
• Informationen einholen, eigene Gefühle reflektieren
• Unterstützung und Begleitung (z. B. durch Angehörigengruppen, Psychoedukation)
• Ernst nehmen, aber nicht unbewusst belohnen oder eskalieren
Eltern und Partner können helfen, wenn sie Orientierung geben und auf professionelle Hilfe bestehen.
Zusammenfassung
Selbstverletzendes Verhalten (SVV / NSSV) ist ein komplexes Phänomen:
Eine maladaptive Strategie zur Emotionsregulation, oft verbunden mit verzerrtem Selbstbild, innerem Konflikt und psychischer Belastung.
Symptomatik, Gründe, Methoden und Gefahren sind vielfältig, aber es gibt wirksame Therapieformen.
Vor allem die moderne therapeutische Hypnose bzw. Hypnosetherapie in den „aufdeckenden / auflösenden“ Behandlungsverfahren hat sich als sanfte, aber hochwirksame und meist relativ schnelle Therapieform erwiesen
Je früher betroffene Jugendliche, Kinder, Erwachsene und ihr Umfeld das Thema erkennen, desto besser sind die Chancen, alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Selbsthilfe, Unterstützung durch Angehörige und eine fundierte Behandlung bilden zusammen ein tragfähiges Konzept zur Heilung und zur Rückgewinnung eines gesunden Selbst und innerer Ruhe.
Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns bitte an.
Wir beraten Sie gerne.

