Hyperventilieren – Hyperventilation
Ursachen, Symptome, Gefahren und wirksame Behandlung durch Hypnosetherapie
Was bedeutet „hyperventilieren“?
Der Begriff hyperventilieren beschreibt eine übermäßig schnelle oder tiefe Atmung, bei der mehr Kohlendioxid (CO₂) abgeatmet wird, als der Körper produziert.
Diese Form der Hyperventilation führt zu einem Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt des Körpers und kann zahlreiche körperliche und psychische Symptome verursachen.
Viele Menschen, die hyperventilieren, bemerken zunächst nur Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust.
Tatsächlich liegt jedoch oft keine organische Erkrankung vor, sondern eine funktionelle Atemstörung, die häufig mit Stress, Angststörungen, Panikattacken oder innerer Anspannung zusammenhängt.
Ursachen: Warum kommt es zur Hyperventilation?
Das hyperventilieren kann verschiedene Ursachen haben.
In den meisten Fällen ist es psychisch bedingt.
Zu den häufigsten Auslösern gehören:
1. Psychische Ursachen
• Angststörungen
• Panikattacken
• Generalisierte Angst
• Akuter Stress
• Traumatische Erfahrungen
• Innere Unruhe
• Leistungsdruck
Beim Auftreten einer Panikattacke kommt es häufig zum hyperventilieren.
Die schnelle Atmung verstärkt wiederum die körperlichen Symptome – ein Teufelskreis entsteht.
2. Körperliche Ursachen
• Asthma
• Chronische Lungenerkrankungen
• Herzprobleme
• Schmerzen
• Fieber
• Hormonelle Veränderungen
In seltenen Fällen kann Hyperventilation auch im Zusammenhang mit neurologischen oder metabolischen Störungen auftreten.
Symptome: Wie erkennt man, dass man hyperventiliert?
Wer hyperventiliert, erlebt oft sehr intensive und beängstigende Symptome.
Typische Hyperventilations-Symptome sind:
• Schnelle, flache oder tiefe Atmung
• Gefühl von Atemnot trotz ausreichender Sauerstoffversorgung
• Schwindel
• Benommenheit
• Herzrasen
• Zittern
• Kribbeln in Händen, Füßen oder im Gesicht (Parästhesien)
• Muskelkrämpfe (Pfötchenstellung)
• Engegefühl in der Brust
• Druck im Kopf
• Angst zu ersticken
• Derealisation oder Depersonalisation
Viele Betroffene glauben in diesem Moment, sie hätten einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.
Tatsächlich sind die Symptome meist Folge des CO₂-Abfalls im Blut.
Was passiert im Körper beim Hyperventilieren?
Wenn Menschen hyperventilieren, sinkt der Kohlendioxidgehalt im Blut.
Dadurch steigt der pH-Wert – es entsteht eine sogenannte respiratorische Alkalose.
Die Folgen:
• Verengung der Blutgefäße
• Verminderte Durchblutung des Gehirns
• Veränderung der Nervenleitfähigkeit
• Muskelverkrampfungen
Diese physiologischen Veränderungen erklären die typischen Hyperventilation Symptome wie Schwindel, Kribbeln und Benommenheit.
Gefahren und Risiken der Hyperventilation
In den meisten Fällen ist akutes hyperventilieren nicht lebensgefährlich.
Dennoch empfinden Betroffene die Situation als extrem bedrohlich.
Gefahren bestehen vor allem indirekt:
• Ohnmacht durch starke Durchblutungsstörung
• Stürze infolge von Schwindel
• Chronische Angst vor erneuten Attacken
• Entwicklung einer Angststörung oder Panikstörung
• Vermeidungsverhalten (z. B. Menschenmengen, Autofahren)
Wird häufig hyperventiliert, kann sich eine sogenannte chronische Hyperventilation entwickeln.
Dabei bleibt die Atmung dauerhaft leicht erhöht, was langfristig zu Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und dauerhafter innerer Anspannung führen kann.
Zusammenhang zwischen Hyperventilieren, Angst und Panikattacken
Das hyperventilieren ist eng mit Angststörungen und Panikattacken verknüpft.
In vielen Fällen ist die veränderte Atmung nicht die Folge, sondern der Auslöser einer Panikattacke.
Der Teufelskreis der Angst:
1. Stress oder belastender Gedanke
2. Schnellere Atmung
3. Körperliche Symptome (Schwindel, Herzrasen)
4. Katastrophisierende Gedanken („Ich sterbe!“)
5. Verstärkte Angst
6. Noch stärkeres hyperventilieren
Dieser Kreislauf kann sich innerhalb weniger Minuten massiv aufschaukeln.
Besonders Menschen mit hoher Sensibilität für körperliche Empfindungen sind gefährdet, wiederholt zu hyperventilieren.

Chronische Hyperventilation – eine unterschätzte Problematik
Viele Betroffene merken gar nicht, dass sie dauerhaft hyperventilieren.
Typische Anzeichen einer chronischen Hyperventilation sind:
• Häufiges Seufzen
• Gähnen
• Engegefühl im Brustkorb
• Nacken- und Schulterverspannungen
• Reizbarkeit
• Schlafstörungen
• Erschöpfung
Da diese Symptome unspezifisch sind, wird die Ursache oft nicht erkannt.
Eine gezielte Atemdiagnostik kann hier Klarheit bringen.
Erste Hilfe bei akuter Hyperventilation
Wenn jemand akut hyperventiliert, helfen folgende Maßnahmen:
• Bewusst langsamer atmen
• In den Bauch atmen (Zwerchfellatmung)
• Atemrhythmus zählen (4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus)
• Beruhigend sprechen
• Reizüberflutung reduzieren
Früher wurde das Atmen in eine Tüte empfohlen.
Davon wird heute meist abgeraten, da es bei organischen Ursachen gefährlich sein kann.
Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft gegen Hyperventilieren?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.
Wenn organische Erkrankungen ausgeschlossen sind, stehen psychotherapeutische Verfahren im Vordergrund.
1. Atemtherapie
• Erlernen der Bauchatmung
• Atemwahrnehmung
• CO₂-Toleranztraining
2. Verhaltenstherapie
• Abbau von Angstgedanken
• Expositionstraining
• Kognitive Umstrukturierung
3. Entspannungsverfahren
• Progressive Muskelentspannung
• Meditation
• Autogenes Training
Hypnosetherapie bei Hyperventilation – nachhaltige Hilfe auf tiefer Ebene
Eine besonders wirkungsvolle Methode bei wiederholtem hyperventilieren ist die moderne therapeutische Hypnose bzw. Hypnosetherapie.
Sie setzt direkt dort an, wo viele Ursachen entstehen: im Unterbewusstsein.
Wie wirkt Hypnosetherapie bei Hyperventilation?
• Auflösung unbewusster Angstprogramme
• Verarbeitung traumatischer Erfahrungen
• Stärkung innerer Sicherheit
• Regulation des vegetativen Nervensystems
• Veränderung automatisierter Atemmuster
Da das hyperventilieren häufig ein unbewusster Automatismus ist, ist die Hypnosetherapie ausgezeichnet geeignet, diesen direkt an der Wurzel zu verändern.
Vorteile der Hypnosetherapie:
• Schnelle Wirkung möglich
• Nachhaltige Veränderung
• Ganzheitlicher Ansatz
• Keine medikamentösen Nebenwirkungen
Studien zeigen, dass Hypnosetherapie besonders wirksame bei Angststörungen und Panikattacken ist – und damit auch bei stressbedingter Hyperventilation.
Prävention: Wie kann man Hyperventilation vorbeugen?
• Regelmäßige Atemübungen
• Stressmanagement
• Sport und Bewegung
• Achtsamkeitstraining
• Ausreichender Schlaf
• Psychotherapeutische Begleitung bei Angststörungen
Je früher das hyperventilieren erkannt wird, desto besser lässt sich eine Chronifizierung verhindern.
Zusammenfassung Hyperventilation ist sehr gut behandelbar
Das hyperventilieren ist eine häufige, meist angstbedingte Atemstörung, die intensive körperliche Symptome auslösen kann.
Obwohl die Beschwerden bedrohlich wirken, sind sie in den meisten Fällen nicht gefährlich.
Entscheidend ist es, den Zusammenhang zwischen Hyperventilation, Angst und Panik zu verstehen.
Moderne Therapieansätze – insbesondere die moderne therapeutische Hypnose bzw. Hypnosetherapie – bieten effektive Möglichkeiten, die Ursachen nachhaltig zu behandeln.

